Er hat noch was vor

Leon Proch (18) aus Erlenbach bei Heilbronn lernt Hotelfachmann. Sein Herz schlägt für diesen Beruf und für den Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), auf dessen Freizeiten er Kraft für den Alltag schöpft.

Liebt seinen Beruf: Leon Proch, Hotelfachmann in Ausbildung.


Der Rebstock im Weindorf Erlenbach gehört seit vier Generationen der Familie Proch. In diesem Traditionsbetrieb wird Leon groß, macht mit dem Großvater Spätzle und dem Vater Maultaschen. Es ist für ihn von Anfang an so klar wie Kloßbrühe, dass seine Zukunft ebenfalls im Hotel und Gastgewerbe liegt.

Am 1. August 2016 beginnt er die Ausbildung in der Hotel- und Gutsgaststätte Rappenhof in Weinsberg. Als Hotelfachmann, „da ist einfach alles drin, was diesen Beruf ausmacht“, sagt er. Es ist eine gute Grundlage, auf die man aufbauen kann.

Leon ist ehrgeizig. Als ehemaliger Hauptschüler macht er mit der Ausbildung gleich die  Fachhochschulreife. Damit er später einmal Hotelbetriebswirt werden kann. Das ist viel Arbeit, manchmal muss er Samstag und Sonntag ran, obwohl er unter der Woche Schule hatte.

Da braucht man einen Ausgleich. Leon findet ihn im Klavier spielen und in der Gemeinschaft mit  Freunden. Vor drei Jahren haben ihn diese Freunde angesprochen, ob er nicht Mitarbeiter bei einer Konfirmandenfreizeit des CVJM werden möchte.

Er sagt zu und entdeckt eine ganz neue Welt für sich. „Das ist eine tolle Community, schräg, herzlich und sehr lustig“, sagt Leon. Inzwischen war er schon viermal beim Zeltlager dabei. Genießt die Auszeit und die biblischen Andachten, „aus denen ich viel herausschöpfen kann“.

„Ich lass es einfach auf mich wirken“, sagt der 18-Jährige, für den der CVJM längst ein fester Bestandteil im Leben ist. Heute gehört er zum Vorstand des Christlichen Vereins Junger Menschen in Weinsberg und ist an einem vierzehntägigen Jugendtreff beteiligt – so weit es eben die besonderen
Arbeitszeiten in der Gastronomie zulassen.

Leon Proch hat noch viel vor. Er liebt es mit den Gästen zu plaudern, eröffnet gerne das Gespräch am Tisch mit dem augenzwinkernden Satz: „Ich habe Ihnen schon mal etwas Lesestoff mitgebracht.“ Voilà, die Speisekarte! So kam auch der Kontakt mit dem Boten zustande.

Leon ist ein unerschrockener Typ und einer mit Plänen. Eines Tages wird er den elterlichen Gasthof in Erlenbach übernehmen. Vorher will er noch etwas erleben, in die Spitzengastronomie im Schwarzwald gehen und in der Schweiz arbeiten.

Sein derzeitiges Ziel: „Mit 39 komm ich wieder heim.“ Dann steht, wenn’s nach Plan läuft, auch der kleine Bruder bereit. Der heißt Marius, ist elf Jahre alt und weiß heute schon ganz genau, dass er einmal Koch im Rebstock in Erlenbach werden wird.

www.rebstock-erlenbach.de
www.rappenhof.de