Vom Himmel hoch

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1. Vom Himmel hoch, da komm ich her.
Ich bring’ euch gute neue Mär,
Der guten Mär bring ich so viel,
Davon ich singn und sagen will.

2. Euch ist ein Kindlein heut’ geborn
Von einer Jungfrau auserkorn,
Ein Kindelein, so zart und fein,
Das soll eu’r Freud und Wonne sein.

3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
Der will euch führn aus aller Not,
Er will eu’r Heiland selber sein,
Von allen Sünden machen rein.

4. Er bringt euch alle Seligkeit,
Die Gott der Vater hat bereit,
Dass ihr mit uns im Himmelreich
Sollt leben nun und ewiglich.

6. Des lasst uns alle fröhlich sein
Und mit den Hirten gehn hinein,
Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
Mit seinem lieben Sohn verehrt.

15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
Der uns schenkt seinen ein’gen Sohn.
Des freuen sich der Engel Schar
Und singen uns solch neues Jahr.



Die Entstehung des Liedes
„Vom Himmel hoch, da komm ich her“ ist eines der bekanntesten deutschen Weihnachtslieder. Geschrieben hat es Martin Luther 1535 für die Weihnachtsbescherung seiner Kinder. 1517 hatte
eben jener Luther mit seinen Thesen die Reformation ausgelöst, 2017 wurde deshalb das 500-jährige Jubiläum groß gefeiert. Ursprünglich hatte das Lied einmal 15 Strophen, heute singt man zumeist nur noch die Verse 1–4, 6 und 15, die hier auf dieser Seite abgedruckt sind. Bereits 1541 war „Vom
Himmel hoch“ fester Bestandteil evangelischer Gesangbücher, Luther hat den großen Erfolg sogar noch zu Lebzeiten mitbekommen. Nicht mehr mitbekommen hat er, dass sein Weihnachtslied 1975 ins katholische Gesangbuch aufgenommen wurde, ein kleines Zeichen der Versöhnung mit einem Mann, der zeitlebens im erbitterten Streit mit dem Papst gelegen hatte. Luther hat Lieder übrigens über
alles geliebt und einmal gesagt: „Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht.“